Osterferien lösen häusliches Lernen ab

Sehr geehrte Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler,

drei Wochen häuslichen Lernens liegen hinter uns. Eine außergewöhnliche Zeit, an der ihr, liebe Schülerinnen und Schüler, uns mit ein paar netten Bildern in unserer Bildergalerie im Moodlekurs habt teilnehmen lassen, sodass wir erahnen können, was das Lernen zuhause bedeutet – für euch und auch für eure Eltern.

Wir mussten uns alle ganz neuen Herausforderungen stellen: Moodle, Logineo, Office365, Videokonferenzen, Aufgabenabgabe online und vieles mehr. Für all diese Neuerungen hatten wir kaum Einarbeitungszeit, alles ging von Null auf Hundert und sollte möglichst schnell zur Zufriedenheit aller optimal funktionieren.

Ein kurzes Fazit vorweg: Ich finde, das ist uns allen gemeinsam gut gelungen!

Es ist nicht überraschend, dass es zu Beginn Anlaufschwierigkeiten gab. Teils war es die Technik, teils waren wir als Nutzer überfordert. Mit etwas Geduld und Bemühung ist es aber schließlich gelungen, eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die nicht bis ins letzte Detail perfekt geworden ist, aber dennoch zahlreiche Möglichkeiten bietet, den Bildungsauftrag der Schule aufrecht erhalten und weiterhin umsetzen zu können.

Ein herzliches Dankeschön allen, die zum Gelingen beigetragen haben.

Die Zeit des häuslichen Lernens wird nun von den Osterferien abgelöst. Diese sollen auch Ferien bleiben, sodass ihr, liebe Schülerinnen und Schüler, nun etwas durchatmen könnt. Zeit, um sich zu erholen und sich nicht fragen zu müssen, wann die nächste Aufgabe abgegeben werden muss, was noch zu erledigen ist und wie ich nichts verpasse. Dies wird vermutlich auch eure Eltern freuen, die einen ganz neuen Blick in die Lernwelt ihrer Kinder haben werfen können.

Nochmals möchte ich darauf hinweisen, dass alle Prozesse einem Lernfortschritt dienen sollten. Auch wenn hier und da vielleicht der Eindruck von Benotung entstanden ist, sei klar gemacht, dass die während des häuslichen Lernens erbrachten Leistungen nicht relevant für die Vergabe einer Leistungsbewertung sind. Gleichwohl werden vermittelte Inhalte im zukünftigen Unterricht aufgegriffen werden, notenrelevant sind die häuslich erbrachten Arbeiten aber nicht. Dies ist dem Kollegium bekannt und wird auch in den Zeugniskonferenzen nochmals besondere Berücksichtigung erfahren. Insofern sind Rückmeldungen während des häuslichen Lernens auch als solche zu verstehen und nicht mit Noten zu verwechseln.

Es ist zur Zeit noch völlig offen, wie es nach den Osterferien weitergehen wird. Die Abiturientinnen und Abiturienten und der Abschlussjahrgang 10 haben durch die neue Terminierung der Abschlussprüfungen an Sicherheit gewonnen. In welcher Form ein gemeinsames Arbeiten in Lerngruppen nach den Osterferien möglich sein wird, ist aber ebenfalls noch unklar. Wir werden hier und über unsere Kommunikationssysteme darüber informieren.

Ebenso  beabsichtigen wir, Ihre Eindrücke zum häuslichen Lernen zu evaluieren – insofern könnte es doch eine kleine „Ferienaufgabe“ geben. Sobald wir in Moodle eine entsprechende Befragung eingerichtet haben, werden wir Sie informieren.

Verbunden mit dem Wunsch, dass Sie alle gesund bleiben und wir uns schon bald in der Gesamtschule Mittelkreis wiedersehen können, wünschen wir Ihnen trotz aller widrigen Umstände schöne Ostertage, eine gute Erholung und …

Bleiben Sie gesund!

Für die Schulleitung

Markus Mühlenbeck
Stellv. Schulleiter

 

 

 

 

 

Aktualisierung vom 27.3.2020  11:15 Uhr

Sehr geehrte Eltern,

mit diesem Schreiben informiert die Schulministerin Frau Gebauer über die jetzige Situation in den Schulen in NRW:

Elternbrief der Ministerin Gebauer

Pressemitteilung zum Abitur 2020 und ZPs

 

 

Aktualisierung vom 19.3.2020  11:30 Uhr

Liebe Nutzerinnen und Nutzer,

die Systeme wurden inzwischen verbessert und laufen stabiler. Die Lehrerinnen und Lehrer werden nun auch noch fehlende Schülerinnen und Schüler in den Kursen ergänzen. Bei Rückfragen ist eine direkte Kommunikation mit den Lehrerinnen und Lehrern der Kurse über die Mailfunktion von Logineo oder auch die Chatfunktion in moodle möglich. Auch die Adresse logineo@ge-mittelkreis.de steht bei Fragen bereit.

Wir werden Sie hier über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Bitte halten Sie sich an alle notwendigen Maßnahmen, die dazu beitragen können, eine weitere Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und so für alle den jetzt größtmöglichen Schutz herstellen zu können.

Bleiben Sie gesund.

Aktualisierung vom 18.3.2020  17:15  Mailserver wird über Nacht repariert

Lieber Nutzerinnen und Nutzer,

der Logineo-Mailserver wird heute ab 18 Uhr auf ein leistungsstärkeres System umgestellt. Die Arbeiten werden die Nacht über andauern. Sobald die Arbeiten fertiggestellt sind, werden wir darüber informieren. Bis dahin bitten wir darum, von weiteren Anfragen abzusehen.

Aktualisierung vom 18.3.2020  15:20 Mailserver Logineo ausgefallen

Soeben haben wir die Nachricht erhalten, dass der Mailserver von Logineo vollständig ausgefallen ist. Bitte sehen Sie von weiteren Abfragen bezüglich etwaiger Störungen ab. Sobald das System wieder läuft, werden wir Sie hier informieren.

Die Moodle-Instanz ist davon nur indirekt betroffen und bleibt unter gem.moodleschule.de zumindest eingeschränkt zu erreichen. Wir gehen davon aus, dass bis zum Ende der Woche die Systeme von allen Anbietern stabilisiert werden.

M. Mühlenbeck

Aktualisierung vom 18.3.2020     Anfragen bei Störungen

Sehr geehrte Nutzerinnen und Nutzer,

zur Zeit erreichen uns viele Anfragen zu unterschiedlichen Problemen. Vielfältige Ursachen erschweren die Nutzung der digitalen Plattformen und Prozesse. Die Verantwortlichkeit und somit auch die Möglichkeit, die Probleme zu lösen, liegt nicht immer in unserer Hand. Wir bitten daher dringend um etwas Geduld bei Anfragen zu alle Problemen bei der Nutzung der digitalen Systeme.

Richten Sie Ihre Anfrage an uns bitte nur dann, wenn das Problem länger als einen Tag besteht und wenden Sie sich an die Adresse Logineo@ge-mittelkreis.de

Wir bemühen uns, alle Anfragen möglichst schnell zu beantworten und hoffen so, die Anfragen geringer halten und so die wichtigen Probleme priorisieren zu können.

Die Moodleplattform erreichen Sie auch über die Adresse gem.moodleschule.de

Vielen Dank für Ihr Verständnis

M. Mühlenbeck

Aktualisierung vom 17.3.2020 – Auslastung der Logineo-Systeme – Absage Girls´ und Boys´ Day / Berufsfelderkundung Jg. 8 KAoA am 26.3.2020

Sehr geehrte Erziehungsberechtigte,

aufgrund der stark angestiegenen Zugriffszahlen sind die Logineo-Systeme zum digitalen häuslichen Lernen zur Zeit stark ausgelastet, zeitweise sogar überlastet. Wir gehen davon aus, dass sich diese Situation in den kommenden Tagen durch Erweiterung der entsprechenden Kapazitäten normalisieren wird. Bis dahin ist es nicht nötig, immer wieder auf das System zuzugreifen. Alle relevanten Abgabefristen für Lernaufgaben werden entsprechend verlängert.

Auch der Mailverkehr über die Schulmailadressen funktioniert zur Zeit nur eingeschränkt beziehungsweise zeitverzögert. Wir bitten daher um Verständnis dafür, dass Anfragen teilweise erst mit deutlicher Verspätung beantwortet werden.

Die für den Girls´ und Boys´ Day angesetzten Tagespraktika am 26.3.2020 wurden bundesweit abgesagt.

Ebenso entfallen die für unsere Schülerinnen und Schüler des Jg.8 vorgesehenen Berufsfelderkundungen am 26.3.2020. Bitte nehmen Sie diesbezüglich mit den von Ihnen gewählten Betrieben Kontakt auf.

 

Aktualisierung vom 16.3.2020 – Aktivierung der Logineo-Zugänge:

Sehr geehrte Erziehungsberechtigte,

die Vorbereitungen zur Durchführung des häuslichen Lernens sind mittlerweile so weit vorangeschritten, dass die Lehrerinnen und Lehrer nun Lernaufgaben für alle Klassen und Kurse zu Verfügung stellen können. Diese werden in den kommenden Tagen über das Learning Management System Moodle (siehe Aktualisierung vom 14.03.2020) zur Verfügung gestellt oder wurden dort bereits hinterlegt.

Um die Lernenden den richtigen Kursen zuweisen zu können, ist es notwendig, dass sich alle Schülerinnen und Schüler einmal mit Benutzername und Kennwort auf Logineo anmelden und anschließend das Moodle-System aufrufen. Eine genaue Anleitung, wie sie hierzu vorgehen müssen, finden sie im hier verlinkten Dokument: Anleitung Logineo und Moodle

Sollten trotz der Anleitung bei der Nutzung der Systeme Probleme auftauchen – z. B. beim Anmeldeprozess – können Sie sich an folgende eMail-Adresse wenden: logineo@ge-mittelkreis.de

Für Kinder, deren Eltern beide in einer klar definierten Gruppe von unentbehrlichen Schlüsselpositionen tätig sind, wird auch ab Mittwoch, dem 18.3.2020 eine Betreuung gewährleistet. Hierzu ist ein entsprechendes Formular auszufüllen, in dem die betroffenen unentbehrlichen Schlüsselpositionen benannt werden. Darüber hinaus bitten wir um eine vorherige Anmeldung des Kindes per eMail an verwaltung@ge-mittelkreis.de
Das entsprechende Formular kann unter folgendem Link über die Stadt Goch bezogen werden: Formular – Bescheinigung zur Unabkömmlichkeit

 

Aktualisierung vom 14.3.2020 – häusliches Lernen:

Sehr geehrte Erziehungsberechtigte,

wir arbeiten zur Zeit intensiv daran, unsere digitalen Plattformen für das häusliche Lernen während der Schulschließung vorzubereiten. In der letzten Woche haben alle Schülerinnen und Schüler die Zugangsdaten für unsere Plattform LOGINEO erhalten. LOGINEO dient der Organisation und Kommunikation schulischer Prozesse. Darin enthalten ist unter anderem ein eMail-Programm, sodass jedes Kind eine schulische eMail besitzt. Diese ist immer aufgebaut nach dem Muster vorname.nachname@ge-mittelkreis.de. Darüber hinaus gibt es persönliche und gemeinsame Ebenen zur Dateiablage. Über diesen Weg hat jedes Schulmitglied seine eigene kleine „Cloud“.

Für das häusliche Lernen wird das Learning Management System (LMS – Lerning Management System) Moodle genutzt. Der Zugang zu diesem System ist bereits in LOGINEO integriert und über die Schaltfläche „Moodle“  zu erreichen.

Dort werden spätesten ab Mittwoch, 18.3.2020 für alle Fächer Ihrer Kinder Aufgaben für das häusliche Lernen zu finden sein. Nach der Anmeldung auf dieser Plattform wird jedes Fach automatisch als „Kurs“ zu sehen sein und entsprechende Informationen und Aufgaben sind bereitgestellt.  Dies funktioniert sowohl auf einem Rechner als auch auf mobilen Endgeräten.

Genaue Informationen zum Umgang mit diesem System finden Sie in Kürze auf unserer Internetseite.

Selbstverständlichen entsprechen die von uns eingesetzten Systeme den Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung.

Sollten bei der Nutzung der Systeme Probleme auftauchen – z. B. beim Anmeldeprozess – können Sie sich an folgende eMail-Adresse wenden: logineo@ge-mittelkreis.de

 

Nachricht vom 13.3.2020 – Ruhen des Unterrichts ab dem 16.3.2020:

Sehr geehrte Erziehungsberechtigte,

mit Nachricht vom 13.3.2020 durch das MSB NRW haben wir die Information erhalten, dass der Unterricht ab Montag, 16.3.2020 bis zum Beginn der Osterferien an allen Schulen im Land NRW, also auch an der Gesamtschule Mittelkreis, ruht.

Sobald sich weitere Informationen ergeben, werden wir diese rechtzeitig mitteilen und dazu diesen Artikel fortlaufend aktualisieren.

Die Schulleitung

 

Skilehrgang Hochkönig 2020

Skilehrgang Hochkönig 2020

Freude, Frustration, Angst, Erfolg – in nur wenigen Sportarten treffen diese Emotionen so intensiv aufeinander wie z.B. beim Skifahren. Etwas wagen und das eigene Handeln dabei richtig einschätzen und verantworten sind Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler im und durch den Sport erwerben sollen. Nach einer Woche Skifahrt mit Schülerinnen und Schülern unserer Oberstufe lässt sich sowohl von Ängsten und Frustrationen vielmehr aber noch von Freuden und Erfolgen berichten. Schon die Hinfahrt auf schmalen Bergstraßen bei Schneefall war spektakulär und für einige unserer „Flachlandtiroler“ ein ganz neues, aufregendes Erlebnis. Die ersten Skierfahrungen für die Anfängerinnen und Anfängern unserer 60köpfigen Gruppe waren schnell gemacht. Die Bretter unter den Füßen, stapfen, rutschen, erste leichte Bögen, sicheres Bremsen – notfalls mit der Textilbremse – all das konnte direkt vor der Haustüre unserer Unterkunft in Hochkeil am Hochkönig gelernt werden. Schon am zweiten Tag ging es auf die Piste und schnell waren alle Emotionen da: Freude und Frustration beim Spiel mit dem Gleichgewicht, Mut und Angst im Kampf mit der Falllinie, überwältigende Eindrücke in der alpinen Umgebung, geschmückt von einem herrlichen Bergmassiv.

Und all dies ließ sich am Abend beim gemeinsamen Essen erneut ablesen: Rote Wangen, strahlende Gesichter, erschöpfte Körper, begeisterte Erzählungen vom Tag.

Doch damit nicht genug, in unserem Selbstversorgehaus mussten alle kräftig mit anpacken. Morgens früh raus, um das Frühstück zu bereiten, abends gemeinsam kochen – kulinarische Leckerbissen gab es dank des Kochteams mit Daniel und Uli – und nach jeder Mahlzeit Tische abräumen, spülen und alles wieder sauber hinterlassen – Kernkompetenzen für das Leben 🙂

Wer abends noch Energie hatte, blieb zum gemeinsamen Spiel oder einem netten Gespräch im Aufenthaltsraum.

Freude, Frustration, Angst, Erfolg – am Ende der Woche haben alle diese Eindrücke erlebt und wissen ein bisschen mehr über sich und eine tolle neue Sportart. Dass diese Fahrt in unserer langjährigen Tradition eine außergewöhnliche war, verdanken wir nicht nur einer traumhaft gelegenen Unterkunft im Salzburger Land sowie der Tatsache, dass wir uns selbst versorgen, uns um uns selbst kümmern mussten. Besonderen Anteil hatte die herzliche Aufnahme unserer Gastgeber Gaby und Sepp. Immer hilfsbereit und freundlich haben wir bei ihnen für diese Woche unser „kleines liebevolles Zuhause“ gefunden und freuen uns auf den nächsten Besuch im Jahr 2021.

Gemüsereis, Currysauce und Tabellenkalkulation

Gemüsereis, Currysauce und Tabellenkalkulation

Was diese drei Dinge miteinander zu tun haben, erschließt sich auf den ersten Blick natürlich nicht. Für Charlotte Blum aus der Klasse 7a war die Sache jedoch schnell klar: Wer einen Menüplan für die Mensa erstellen möchte, der muss sich auch mit den entsprechenden mathematischen Hintergründen und organisatorischen Fragen auseinandersetzen.

Im Rahmen des Förderprogrammes „Individuelle Lernpfade“, einem Teilprojekt der Initiative „Leistung macht Schule“, hatte sich Charlotte das Ziel gesetzt, ihr mathematisches Talent mit ihrem Interesse für gesunde und ausgewogene Ernährung zu verknüpfen. Schnell entstand daher die Idee, sich aktiv in das Schulleben an der Gesamtschule Mittelkreis einzubringen und eine Woche lang die Verantwortung für die Ernährung der Mitschülerinnen und Mitschüler zu übernehmen.

Dabei setzte sich Charlotte zum Beispiel mit dem Verhältnis zwischen dem Einkaufspreis der Rohstoffe und dem Verkaufspreis der fertigen Gerichte, den Nährwertbedarfen verschiedener Altersklassen und den Nährwerten der von ihr entworfenen Gerichte sowie – in Absprache mit dem Mensateam – mit den kulinarischen Vorlieben von Schulkindern auseinander. Hiervon ausgehend entwickelte Charlotte dann völlig eigenständig einen Menüplan für eine ganze Woche.

Die Mensa war gleich von Charlottes erstem Entwurf so begeistert, dass kurzerhand entschieden wurde, diesen sofort in der ersten Februarwoche in die Tat umzusetzen, es geht also schon am kommenden Montag los. Im Angebot stehen zum Beispiel Gerichte wie Hähnchenbrustfilet mit buntem Gemüse oder der bereits in der Überschrift erwähnte Gemüsereis in Currysauce. Alle Gerichte werden natürlich wie jede Woche vom Mensateam täglich aus frischen Zutaten selbst gekocht, es gibt jeweils eine vegetarische Variante und ein Gericht mit Fleisch.

Damit ist Charlottes Projekt jedoch noch nicht beendet: Die ganze Woche über wird das Mensateam das Kauf- und Essverhalten der jungen Kundschaft auswerten. Hiervon ausgehend soll dann überprüft werden, wie gelungen die Menüplanung war. Wir sind uns schon jetzt sicher: Charlottes Gerichte werden bestimmt ein voller Erfolg!

Eva Weyl: Überlebende des Holocaust

Eva Weyl: Überlebende des Holocaust

Foto: Markus van Offern

Seit mehr als zehn Jahren besucht die 1935 geborene Eva Weyl mittlerweile Schulklassen und berichtet von ihren Erlebnissen während der Zeit des Nationalsozialismus. Auch an der Gesamtschule Mittelkreis haben ihre Zeitzeugenvorträge vor der Jahrgangsstufe 10 eine lange Tradition. Daher freuten sich vor allem die Geschichtslehrerinnen und -lehrer, die Eva Weyl nun schon seit vielen Jahren kennen, auf ihren diesjährigen Besuch und auch Eva Weyl war die Freude über das Wiedersehen deutlich anzumerken.

Als die Zeitzeugin mit ihrem Vortrag begann, herrschte unter den in der Aula versammelten 140 Jugendlichen der zehnten Klassen und dem in diesem Jahr dazugestoßenen Leistungskurs Geschichte aus der Jahrgangsstufe 13 gebannte Stille und alle verfolgten aufmerksam, was die Zeitzeugin über ihre Kindheit als Jüdin im Nationalsozialismus zu berichten hatte:
Wie ihre Eltern schon früh ihr Kaufhaus in Kleve aufgaben, um vor der Diskriminierung und Ausgrenzung durch die Nationalsozialisten in die Niederlande zu fliehen und wie ihre Hoffnung, so der Verfolgung entgehen zu können, schon kurz darauf durch die deutsche Besatzung der Niederlande zunichte gemacht wurde. Wie ihre Familie 1942 in das niederländische Durchgangslager Westerbork nahe der deutschen Grenze umziehen musste und was für eine Sonderstellung Westerbork innerhalb des Systems der Konzentrationslager einnahm. Wie perfide der Lagerkommandant Albert Konrad Gemmeker innerhalb des Lagers eine heile Welt mit Arbeit, Essen und Ablenkungen vorspielen ließ, nur um trotz des regelmäßigen Abstransportes von insgesamt mehr als 100.000 Juden in die Vernichtungslager Ruhe und Ordnung zu wahren.

Foto: Markus van Offern

Besonders in Erinnerung blieben dabei die vielen kleinen Geschichten, die einerseits einen Funken Hoffnung angesichts der Schrecken des Holocaust aufzeigen, andererseits die Graumsamkeit des menschenverachtenden Lagersystems der Nationalsozialisten offenbaren. Gerne erzählt Eva Weyl zum Beispiel, wie ihre Mutter ihr zum 60. Geburtstag einen Brillantring schenkte und erst dabei offenbarte, dass es Eva Weyl selbst war, die die hierfür verwendeten Edelsteine während des Aufenthalts im Lager unwissentlich vor dem Zugriff der Nationalsozialisten bewahrte: Ihre Mutter hatte diese in die Knöpfe der Jacke eingenäht, die die Tochter während der Zeit in Westerbork trug. Den Lagerkommandanten Gemmeker bezeichnet Eva Weyl als „Schreibtischmörder, der mehr als 80.000 Menschenleben auf dem Gewissen hat“ und erzählt dazu die Geschichte eines kleinen jüdischen Mädchens, das schwer erkrankt war und dem Gemmeker zunächst eine Behandlung im Lagerkrankenhaus, dann sogar im Universitätsklinikum Groningen zugestand, nur um nach ihrer Genesung sie und ihre Familie nach Auschwitz deportieren zu lassen.

Umso erstaunlicher erscheint es deshalb auf den ersten Blick, dass Eva Weyl mit der Tochter Gemmekers, besonders aber mit dessen Enkelin Anke Winter, mit der sie sogar gemeinsame Vorträge hält, seit einigen Jahren gut befreundet ist. Wer jedoch die zentrale Botschaft der Holocaust-Überlebenden an die Jugendlichen kennt, versteht sofort, dass dies kein Widerspruch ist: Niemand sei verantwortlich für die Taten seiner Vorfahren in der Vergangenheit, jeder sei jedoch dafür verantwortlich, wie man mit der Vergangenheit umgehe und was man aus ihr lerne. So richtet Eva Weyl gleich zu Beginn ihres Vortrages eine eindringliche Warnung vor den Gefahren des politischen Extremismus an ihre Zuhörerinnen und Zuhörer und betont am Ende des Vortrages noch einmal, dass zwar alle Menschen anders aussehen, aber trotzdem alle gleich sind.

Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind…

Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind…

…und auch unsere Jüngsten trotzten am Montag dem Wetter. Obwohl das Martinskomitee der Stadt Goch den offiziellen Umzug wegen des Regens abgesagt hatte, wollten sich unsere Fünftklässlerinnen und Fünftklässler ihren Lichterzug nicht nehmen lassen. Deshalb liefen sie mit ihren Laternen Martinslieder singend über den Schulhof. So hatten sie sich dann auch die Martinstüte, die im Forum der Schule auf sie wartete, redlich verdient.
Klima, Umwelt und Landwirtschaft – Dr. Barbara Hendricks im Gespräch

Klima, Umwelt und Landwirtschaft – Dr. Barbara Hendricks im Gespräch

Am vergangenen Dienstag (29.10.2019) erwartete die Klassen 10a und 10e der Gesamtschule Mittelkreis hoher Besuch: Die Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks hatte sich angekündigt, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Bereits vor den Herbstferien hatten die Schülerinnen und Schüler auf ihrer Abschlussfahrt nach Berlin den Bundestag besucht, um sich einmal aus der Nähe anzuschauen, wie und wo eine Bundestagsabgeordnete arbeitet. Da die gebürtige Kleverin Hendricks jedoch leider wegen wichtiger anderer Termine verhindert war, erfolgte nun der Gegenbesuch in Goch.

Zunächst wirkte es noch so, als seien die Zehntklässlerinnen und Zehntklässler von ihrem prominenten Gast ein wenig eingeschüchtert, denn auf Fragen bezüglich des Besuchs in Berlin reagierten sie eher zurückhaltend. Dann entwickelte sich jedoch nach und nach eine angeregte Diskussion: Als ein Schüler wissen wollte, wie sich Hendricks zur aktuellen Debatte um den Klimawandel positioniere, machte die Bundestagsabgeordnete zunächst deutlich, dass sie Deutschland im Bereich Klimaschutz und erneuerbare Energien in einer Vorreiterrolle, aber auch in einer besonderen Verantwortung sehe. Anschließend ging es zum Beispiel um Deutschlands Energiepolitik und die Frage, welche Rolle die Atomkraft in Zukunft spielen könne. Greta Thunberg und die „Fridays for Future“-Bewegung kamen natürlich ebenfalls zur Sprache. Besonders spannend wurde es dann, als sich Hendricks mit einem Schüler austauschte, dessen Eltern selbst einen landwirtschaftlichen Betrieb leiten. Dabei wurden durchaus verschiedene Auffassungen bezüglich der Rolle und der Verantwortung der Landwirtschaft deutlich.

Zum Abschluss des Gespräches lenkte Hendricks den Blick noch einmal weg von der Politik und fragte nach den Zukunftsplänen der einzelnen Schülerinnen und Schüler. Dabei verwies sie auf den Stellenwert eines guten Abschlusszeugnisses. Hendricks redete allen ins Gewissen, die sich über ihren weiteren Lebensweg noch keine genaueren Gedanken gemacht hatten und forderte dazu auf, die bestehenden Beratungsangebote der Schule und der Agentur für Arbeit wahrzunehmen – ein Appell ganz im Sinne der Studien- und Berufsorientierung, die an der Gesamtschule Mittelkreis großgeschrieben wird!

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