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„Wohnst Du noch oder lebst Du schon?“
Der Hauswirtschaftskurs der Jahrgangsstufe 10 der Gesamtschule Mittelkreis besuchte unter Leitung von Markus Resinek das IKEA Einrichtungshaus in Duisburg.
Billy, Sören, Tobias oder Hemnes. Nein, das sind nicht die Namen von Schülern des Hauswirtschaftskurses der Jahrgangsstufe 10 der Gesamtschule Mittelkreis, sondern es sind die Produktnamen des berühmten schwedischen Einrichtungshauses IKEA. 16 Schüler aus Goch machten sich auf den Weg dorthin, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und um ein fiktives Haus selber einzurichten.
Nachdem sie sich im Hauswirtschaftsunterricht der vergangenen Woche viel Hintergrundwissen zum Thema „Wohnökologie" angeeignet haben, sollte es nun ein weiteres Mal um dessen praktische Anwendung gehen. Vor den Osterferien hatte der Hauswirtschaftskurs ein leer stehendes Haus in Goch nach allen Regeln der Kunst vermessen - eine bisher einmalige Aktion. Die Skizzen wurden anschließend im Unterricht sauber auf Millimeterpapier übertragen, und mithilfe von kleinen maßstabsgetreuen „Möbel-Schablonen" zum Ausschneiden wurde das Haus eingerichtet.
Damit dieses Tun aber nicht auf der zeichnerischen Ebene endete, sollte die Arbeit in der Praxis fortgesetzt werden. Maike Brauer, Leiterin der Abteilung Marketing, und der Auszubildende Christoph Schröder von IKEA Duisburg empfingen die Schüler und ihren Lehrer freundlich und brachten sie in einen großen Konferenzraum. „Das ist ja witzig", stellt Michael fest, „die Büros haben hier Namen. Das da heißt Findus und das dort heißt Pipi Langstrumpf." Schwedisch eben. Auch das in Schweden übliche „Du" gehört bei IKEA zum guten Ton und dabei ist es völlig egal ob der Azubi mit seiner Chefin oder ob zwei Filialleiter miteinander reden.
In einer kurzweiligen Einführung in die Firmenphilosophie und die Statistiken rund um IKEA erfuhren die Schüler unter anderem, dass bei IKEA keine Produkte aus Kinderarbeit angeboten und die Einrichtungshäuser in Deutschland zu 100% mit Öko-Strom versorgt werden. Auch in Sachen Nachhaltigkeit und fair gehandelte Ware hat sich IKEA für die kommenden Jahre ehrgeizige Ziele gesteckt. „Wir sind auf dem besten Weg dahin, diese zu verwirklichen", so Maike Brauer.
Nach der Einführung ging es nach einer kurzen Verschnaufpause weiter zum praktischen Teil. Zunächst erklärte Markus Resinek seinen Schülern, welche Kriterien professionelle Küchenplaner an eine Küche herantragen, um diese funktionell und ergo-nomisch einzurichten. So sei es zum Beispiel ergonomisch sinnvoll, dass eine Küche für einen Rechtshänder von rechts nach links gemäß der Arbeitsreihenfolge „kühlen kochen spülen" eingerichtet werde: „Ganz rechts steht der Kühlschrank, dann kommt eine Arbeitsfläche zur Vorbereitung der Nahrung, dann der Herd zur Zubereitung, dann wieder eine Arbeitsfläche zur Ablage des schmutzigen Geschirrs und schließlich die Spüle mit Abtropffläche", erklärt es Resinek den Schülern. „Ich hätte nie gedacht, dass man bei einer Küchenplanung an so viele Dinge denken muss. Aber es macht schon alles seinen Sinn", stellt Peter zustimmend fest.
Die Schüler bekamen anschließend ihre Aufgaben für die kommenden zwei Stunden zugeteilt, mit deren Hilfe sie sie u.a. die eben gelernten Kriterien an einer der ausgestellten Küchen überprüfen sollten. „Die Küche ist ja Wahnsinn", staunt Verena, „so eine möchte ich später auch mal haben." Jennifer und Michelle können nur zustimmend nicken. Auch sie sind begeistert: Kühlschrank mit Eisspender, Espressomaschine, Mikrowelle, Backofen, ein Induktionskochfeld einen Geschirrspüler für den großen und ein edles Marmorbecken für den kleinen Abwasch.
Die Hauptaufgabe des Tages bestand jedoch darin, das zuvor theoretisch auf Millimeterpapier eingerichtete Haus mit echten Gegenständen zu füllen. „Ich habe jetzt erst drei Räume mit Möbeln einrichtet und bin schon bei über 15.000 Euro", stellt Michelle fest, „ich hätte nicht gedacht, dass da so schnell so viel zusammenkommt. Aber es soll auch Qualität sein". In der Mittagspause ließen sich bei Suppen, Köttbullar, Pommes, Salat und Hot Dogs die ersten Eindrücke des Tages gut besprechen und verdauen.
Gut gelaunt und voller interessanter Informationen ging es zurück nach Goch. Lisa brachte es abschließend auf den Punkt: „Ich fand es spannend hinter die Kulissen von IKEA zu schauen. Dahin kommt man ja nicht alle Tage. Vor allem der Umweltschutz und der Umgang mit Kinderarbeit haben mich beeindruckt." Zustimmung. Auch der Organisator Markus Resinek zieht ein positives Fazit: „Nach allem was ich so mitbe-kommen habe, war es für die Schüler ein krönender Abschluss der Unterrichtseinheit Wohnökologie, bei der sie sehr viel alltagstaugliches und praxisnahes Wissen rund um das Thema Wohnen gelernt haben, das sie sicherlich eines Tages brauchen werden."
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